Lesen gegen
Fremdenangst



Was können Eltern und Lehrer tun, um Kinder gegen Fremdenangst zu immunisieren? Das Fremde und das Andere als Bereicherung empfinden, das kann nur, wessen Herz und Fantasie durch Erlebnisse dafür aufgeschlossen wurde. "Lesen ist fast so gut, wie selbst erleben", wissen Pädagogen.

Die griechische Autorin Eleni Torossi hat Fremdheit erlebt. Sie verließ ihre Heimat während der Militärdiktatur in Griechenland. Seit dem schreibt sie Geschichten für Kinder und Jugendliche zum Themenkreis "Leben in der Fremde", "Leben mit Fremden". In ihren Büchern machen höchst unterschiedliche Wesen vor, was im wirklichen Alltag offenbar schwer zu meistern ist. Ihr Hauptanliegen, das sich durch ihr Werk zieht, sind Versöhnung, Toleranz und Ausgleich zwischen unterschiedlichen Kulturen. Als Vorsitzende der Vereinigung der griechischen Schriftsteller in Deutschland wirkt Eleni Torossi in diversen Gremien mit und ist eine gesuchte Gesprächspartnerin.

Seit Jahren werden Eleni Torossis Bücher in Deutschland für Schulen und Jugendbibliotheken empfohlen. Auch von der "Stiftung Lesen" in Mainz. Der Gutachterausschuß für Schulbibliotheken in Bayern hat die Torossi-Geschichten den Lehranstalten im Freistaat ans Herz gelegt: erzieherisch wertvoll. Die Schriftstellerin kommt auch persönlich bei Lesungen in Schulen gut an.

„Tanz der Tintenfische“richtet sich an die jüngsten Leser. Da streiten sich Birnen, Melonen, Äpfel und Feigen um die besten Plätze, um Schönheit und Bedeutung. Tintenfische dringen in die Menschenwelt ein und verblüffen mit ungeahnten Fähigkeiten. Der geheimnisvolle Bernsteinbaum am Grund des Meeres bezaubert seine Besucher. Eine Geschichte, die viele Erwachsene in ihren Bann zieht. Dreiundzwanzig kurze Erzählungen schildern witzige Begegnungen, die sich schließlich als große Bereicherungen erweisen.

„Gangster, Dollars und Kojoten“hat einen wettergegerbten Cowboy zur Hauptfigur. Als junger Kerl nach Amerika ausgerissen, steht er plötzlich in München vor der Wohnungstür seiner Tochter und drei Kinder haben wieder einen Großvater. Sein offener Umgang mit der schwierigen Nachbarin, sein Lachen und seine Geschichten aus dem Wilden Westen, wo er sonderbare Typen um sich hatte, das begeistert nicht nur die drei Enkel. Schließlich lüften sie sogar sein Geheimnis. Ausgezeichnet mit dem Literaturförderpreis der Stadt München.

„Paganinis Traum – Märchen und Fabeln von der Liebe“, entschlüsselt gleich mehrere Rätsel. In zwölf ungewöhnlichen, fantastischen Geschichten erzählt Eleni Torossi von Liebe und Freundschaft, Individualität und Toleranz. Nicht immer mit Happy End, aber immer spannend und voller Poesie. Empfohlen von der Stiftung Lesen.



Mobiles Leben
Geheimnis des Segelns entdeckt

Viel wurde darüber geschrieben - und gerätselt. Wer aber stieß je so tief in das Geheimnis des Segelns vor?
Mit seinem Hauch vom „letzten Abenteuer“ zieht der Yachtsport zwar mehr und mehr Menschen hinaus auf die See aber das innerste, das letzte Warum blieb immer noch offen. Nicht einmal Wilfried Erdmann gab die Antwort.
Jetzt endlich sehen wir etwas klarer: „Eingebettet in die Materie, doch nicht fest mit ihr verbunden liegt der schlanke Körper unserer Yacht in der See, getrieben von einer Kraft, die wir nicht greifen können. Und wir sind ihm Seele und Bewusstsein...“ Es sind poetische Metaphern, mit denen der Schriftsteller Arthur M. Neufeldt den tiefen Sinn des Segelns aufdeckt. In seinem Bilderbuch für Fahrtensegler „Windgedanken und Wellenworte“ beleuchtet er mit Geschichten aus vielen Seegebieten, mit Gedanken und Gedichten jenes Geheimnis, das wohl die wahre Faszination des Hochseesegelns birgt. Es ist ein kleiner Verlag aus dem oberbayerischen Binnenland, der sich dieser Philosophie des Segelns angenommen hat.

Arthur M. Neufeldt: „Windgedanken und Wellenworte - Von der Poesie des Fahrtensegelns“ ca. 96 Seiten, 65 Farbbilder, gebunden, Euro 5,95 erschienen im E&L VERLAG, 83607 Holzkirchen.



Das grosse Buch der Autobahn
Highway Deutschland: Erstaunlich schön



Ganz Europa fährt darauf ab, Amerikaner schwärmen vom "Autobahning". Was ist dran an diesen deutschen Betonpisten, auf denen Millionen mal mit Lust mal mit Frust von Ausfahrt zu Ausfahrt jagen? Ein großes Buch von zwei Münchner Autoren geschrieben und bebildert führt eine Menge Antworten vor: Highway Deutschland, ein erstaunlich schöner Band mit überraschenden Informationen und Geschichten.
Während Spekulationen und Dementis über Autobahnvignetten wie Geisterfahrer zwischen Berlin und München durchs Land gespenstern, machen Hermann Engl (47) und Frank Lämmel (49) Lust auf Reisen. Sie zeigen das Objekt der Begierden in faszinierenden Photos: phantastische Aussichten zwischen Alpen und Nord-Ostsee-Kanal, zwischen Mosel und Königshainer Berge. Sie stellen die Alpenstrecken ebenso eingehend vor wie die "Königin der Autobahnen" und die "Klassiker-Route". Fesselnd schildern sie die Autobahn-Historie, die noch in den Tagen des Kaiserreichs wurzelt, und in die sich 1932 Konrad Adenauer als Autobahneröffner eintrug, übrigens mit dem Satz: "So werden die Straßen der Zukunft aussehen." Auch den Wahn, in dem die Autobahn-Pläne in der NS-Zeit vollstreckt wurden, zeichnet das Buch ungeschminkt nach. Die neuen Sichtweisen nach dem Wandel zur Bundesautobahn und die jüngsten Anstrengungen bei der Verknüpfung des Netzes in der wiedererlangten Einheit sind hier erstmals zusammengefaßt.
Weitere Kapitel setzen faktenreich und in atemberaubenden Perspektiven ins Bild: die größten Brücken- und Tunnelbauwerke sowie Service- und Verkehrsbeeinflussungssysteme. Geschichten und Anekdoten über Trucker und andere Highway-Typen sowie ein Autobahn-Knigge sind durchaus geeignet, das Miteinander auf den 11.200 Kilometer Autobahn gelassener und nicht zuletzt noch sicherer zu gestal-ten. Fazit: Ein Muß für alle, die auf, von und mit dieser Straße leben.

Hermann Engl, Frank Lämmel: Highway Deutschland - Das große Buch der Autobahn. 180 Seiten, über 200 Farbbilder, Großformat, 9,50 EUR, E & L VERLAG, 83607 Holzkirchen. ISBN 3-9804072-4-1.